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Christliche Impulse
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Die Bibel als Impulsgeber

Tagesleitzettel - die tägliche Bibellese vom 28.06.2017

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Hitze, Alleinsein, und andere Versuchungen sollen uns nicht vom Herrn weglocken.

Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt.

1. Petrus 4,12+13

Wir brauchen Trost, uns fehlt der Mut,
verschmachten in der heißen Glut.
Doch wahre Hilfe kann nur sein,
in der Gnade Gottes ganz allein.

Frage: Fürchten Sie sich vor Nöte und Prüfungen, die das Leben in der Nachfolge Jesu hie und da bringen könnte?

Tipp: Jeder, der Jesus nachfolgt, wird manchmal auch Schwierigkeiten, vielleicht auch Traurigkeit oder Unverständnis anderer Leute erleben. Lasst uns nicht beirren, Gottes Wort lehrt uns, Jesus treu zu bleiben. Wenn er in den Wolken wiederkommt um seine Gemeinde zu holen, wird er den Überwindern eine Siegeskrone geben.

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Organtransplantation: Der Andere in mir

(15.01.2013)


In ihrem schon 1993 erschienenen Buch (leider vergriffen) „Mit dem Herzen eines anderen leben?“ beschreibt die Psychotherapeutin Elisabeth Wellendorf Erlebnisse mit Organempfängern, die sie psychologisch betreut hat.

Sie schildert die Erfahrung einer jungen Frau namens Susan, der sowohl ein Herz als auch eine Lunge eingepflanzt wurden. Wellendorf zitiert Susan so:

„Ich lebe mit seinen Organen (denen des Spenders) und für seine Organe. Wir sind einander verpflichtet. Manchmal habe ich das Gefühl, ich spüre ihn genau, als hörte ich ihn atmen. Oder wenn ich unter dem Baum sitze, hängt er oben im Geäst.“

Dafür, dass dies kein Einzelfall ist, gibt es zahlreiche Belege.

Die BILD am Sonntag berichtete am 26.05.1996 über eine 59jährige Amerikanerin, die nach einer Herztransplantation einen bis dahin unbekannten Appetit auf Hühnchen und Bier hatte. Nachforschungen ergaben, dass ihr Herz von einem 18jährigen stammte, der für diese Kost schwärmte.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete 1992 über einen 27jährigen, der sechs Jahre mit einem fremden Herzen lebte. Er sagte der Zeitung, dass er direkt nach der Transplantation erhebliche psychische Probleme gehabt habe:

„Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Da war etwas im Raum, etwas undefinierbares. Nachts vor dem Schlafengehen dachte ich manchmal. ‚Der macht sich aber breit in meinem Bett!’“

Der US-Kardiologe Dr. Paul Pearsall interviewte mehr als 100 Herz-Transplantierte, die glaubten, mit dem verstorbenen Organspender verbunden zu sein. Er fand heraus, dass etliche Organempfänger Charakter-Schwerpunkte des Spenders übernahmen.

So wurde dem 9jährigen Jimmy das Herz einer Dreijährigen eingesetzt, die in einem Schwimmbad ertrunken war. Aus der einstigen Wasserratte Jimmy wurde ein Junge mit unerklärlicher Wasserscheu.

Das Schweizer Magazin Blick berichtete am 17.02.1999 über eine 40jährige Frau, die nach einer Nierentransplantation nicht wie vorher schüchtern und zurückhaltend war, sondern aggressiv wurde und anfing kampfbetonte Sportarten zu lieben. Sie sagte: „Es ist ein ganz neues Leben. Ich spüre förmlich den Spender in mir weiterleben!“ Der Spender war ein 18jähriger der Kampfsportarten über alles liebte.

Wie soll man das erklären? Soll man das als „Einbildung“ abtun? Ich meine, das wäre zu einfach.

Ich erinnere mich an ein Gespräch über Organtransplantation, wobei mir der Gesprächspartner sagte, dass ich nach einer Organspende nicht vollständig tot bin, weil ja Teile von mir in einem anderen weiterlebten.

Das leuchtete mir ein, weshalb ich meinen Organspenderausweis vernichtete und auch künftig für Organspenden nicht zur Verfügung stehen werde.

Wie ließe sich das, mit dem „nicht vollständig tot sein" und dem „partiellen Weiterleben“ erklären?

Ich will es mal mit einer Erklärung versuchen, die natürlich nicht richtig sein muss.

Das fängt damit an, dass man einem Toten keine Organe entnehmen kann, weshalb der Spender zum Zeitpunkt der Organentnahme noch leben muss.

Um einem noch lebenden Organismus trotzdem Organe entnehmen zu können, wurde der Begriff des „Hirntods“ konzipiert. Danach ist der Hirntod eingetreten wenn beim Organspender keinerlei Gehirnaktivitäten mehr gemessen werden. Daraus wird geschlossen, dass damit auch das Bewusstsein und damit die Persönlichkeit, also das, was nach allgemeinem Verständnis den Menschen ausmacht, endgültig erloschen ist.

Der Hirntod wird als unumkehrbar angesehen. Der Hirntote ist damit so gut wie tot und wird wie ein Toter angesehen, denn nach dem Absterben des Gehirns – so die Auffassung - sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die übrigen Organe, samt dem vegetativen Nervensystem, das noch bestimmte Organfunktionen aufrechterhält, absterben, womit der Organspender dann zu einer „echten“ Leiche und damit vollständig Toten wird.

Deshalb gilt es schnell zu handeln und die für eine Transplantation infrage kommenden Organe durch Entnahme „sicherzustellen“, bevor sie endgültig abgestorben und damit unbrauchbar geworden sind.

Wie es den Anschein hat, geht man in Sachen Organtransplantation, ohne dass das vielleicht bewusst wird, weiterhin vom Leib-Seele-Dualismus der griechischen Philosophie aus, wo zwischen dem sterblichen Leib und der unsterblichen Seele unterschieden wird, wobei der Leib einen geringeren Wert als die Seele hat.

Überträgt man das auf die Organtransplantation, wären die zu entnehmenden Organe dem Leib zuzuordnen, während die Gehirnströme, einschließlich des Bewusstseins, der Seele und damit dem eigentlich Wesentlichen zugeordnet werden. Während man mit der „sterblichen Hülle“ etwas nachlässiger umgehen kann, verbietet sich das beim Umgang mit der Seele, die vor einer Organentnahme deshalb "erloschen", oder je nach Glaubensauffassung, den Leib verlassen haben muss.

Diese Sichtweise haben wir auch in der christlichen Theologie, wo es heißt: „Asche zu Asche, Erde zu Erde, Staub zu Staub, die Seele aber in Gottes Vaterhaus“. Wobei es die Frage ist, ob das Leibliche, denkt man an die Auferstehung, nicht doch etwas mehr Beachtung verdienen würde.

Aber ist dieser Dualismus überhaupt richtig?

Folgendes könnte zu denken geben:

Bei der Organentnahme kommt es bei den Hirntoten oftmals zu heftigen Reaktionen. Es scheint, als wenn sich der Sterbende gegen die Zerlegung seines Körpers wehren würde, was Mediziner als „schmerzlose letzte Reflexe“ bezeichnen.

In der letzten Zeit sind in den Medien ganz erhebliche Zweifel am Befund „Hirntod“ aufgetaucht.

„19jährige nach Hirntod aufgewacht“, „Organspenderin für hirntot erklärt, in der Klinik wachte Carina plötzlich wieder auf“, „Der Student der hirntot war“, so und ähnlich lauten die Schlagzeilen aus 2012, und Report München hat erst am 21.11.2012 eine entsprechende Sendung gebracht. Weitere Berichte können dem Internet entnommen werden.


Was kann uns das Wort Gottes dazu sagen?


Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.
1. Mose 2, Vers 7

Nach dem Schöpfungsbericht hat Gott den Menschen aus Erde geformt und ihm danach den Odem des Lebens in seine Nase geblasen, wodurch der Mensch ein lebendiges Wesen wurde, was in früheren Übersetzungen mit „lebendiger Seele“ übersetzt wurde.

Die Seele kann so als das einzelne Lebewesen in seiner Lebenskraft verstanden werden. Wobei die Seele das von Gott gegebene personenhafte Leben ist, das Gott auch wieder zurücknehmen kann bzw. das zu Gott zurückkehrt.

Neben der Seele, die den ganzen Menschen umfasst, kann man als Seele auch nur den immateriellen, personenhaften Teil des Menschen verstehen.

Die Erfahrung zeigt aber, dass das Leben, die Seele, den gesamten Menschen durchdringt, also nicht nur auf das Gehirn und die Gehirntätigkeit beschränkt ist. Daran erkennbar, dass Gemütsbewegungen und Empfindungen immer den ganzen Menschen umfassen.

So lassen Gefühle unser Herz schneller schlagen, den Blutdruck ansteigen oder den Schweiß ausbrechen. Wir erblassen und erröten, und es kann uns etwas auf den Magen schlagen.

Die psychosomatischen Erkrankungen bestätigen die enge Vernetzung zwischen Leibe und Seele. Wir empfinden mit unserem ganzen Körper und teilen uns auch anderen durch unsere Körpersprache und Berührungen mit.

Das Leben durchdringt also den gesamten Menschen und damit alle Fasern seines Leibes, und es erlischt erst in dem Moment, wenn der gesamte Mensch vollständig tot ist, dass heißt alle seine Organe, einschließlich des diese steuernden vegetativen Nervensystems, endgültig abgestorben und damit tot und unbrauchbar sind.

Wenn ein Organ, in dem noch das Leben des Spenders ist, transplantiert wird, wäre es somit vorstellbar, dass der Empfänger einen Teil des Lebens des Spenders in sein Leben übernimmt. Wobei man sich das sowohl als etwas Immaterielles als auch als genetisch bedingt vorstellen kann, nachdem mit den Organen auch das Erbmaterial implantiert wird, das in jeder Körperzelle vollständig vorhanden ist.

So wie in jedem Splitter eines Hologramms, das ganze Bild des Hologramms enthalten ist, und so wie in jeder menschlichen Zelle, das gesamte Erbgut enthalten ist, könnte es auch mit dem Wesen eines Menschen sein, so dass dieses in jedem seiner Teile manifest wäre.

Abschließend noch ein Gedanke:

Weshalb soll die Seele, das Personsein des Menschen, das Bewusstsein oder wie man es immer nennen will, ausschließlich im Gehirn und in der Gehirntätigkeit angesiedelt sein? Warum wird Gehirn mit Bewusstsein und Persönlichkeit gleichgesetzt?

Niemand käme auf die Idee im Auge das Licht zu suchen. Man wird hier kein Licht finden. Vermutlich aus dem prinzipiell gleichen Grund, weshalb man im Gehirn weder eine Seele noch ein Bewusstsein finden kann. Es dürfte eher so sein, dass sich Seele und Bewusstsein des Gehirns als Organ bedienen, ähnlich wie das Auge Licht wahrnimmt, ohne selbst Licht zu sein.

Weil wir diese Rätsel nicht lösen können, und weil wir nicht wissen, wie Leib und Seele miteinander verwoben sind, scheint in Sachen Organspende Vorsicht angebracht.


Jörgen Bauer



Quellenhinweis:

Die von Organempfängern geschilderten Erfahrungen sind der Publikation TOPIC
Nr. 12, Dezember 2012 entnommen.

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